Reiseberichte

Bereits seit über 10 Jahren berichten unsere Gäste von ihren unvergesslichen Erlebnissen auf Ihren Afrika Reisen. Sei es, weil sie sich einen Lebenstraum erfüllt haben und den höchsten Berg Afrikas bezwungen haben, Elefanten und Löwen auf einer atemberaubenden Safari begegnet sind oder einfach nur an einem der Traumstrände des Indischen Ozeans relaxt haben. Lesen Sie hier von ihren Erfahrungen!

Klappe "TANSANIA II"

20.07. 2012

Klappe "TANSANIA II"

Schon unser Transfer von der Karama Lodge zum Marangu Gate zusammen mit Gervas, Amini, Robert, Helimani, Elintrema, Ramabhani, Mathayo und Tumaini (unserer Begleitmannschaft) im Kleinbus war freundlich und ungezwungen. Gervas -unser Guide- hatte offensichtlich das richtige Händchen bei der Zusammenstellung seiner Truppe. Man merkte schon hier, daß sie diszipliniert und aufeinander eingespielt waren.

Das GATE!? Viel gelesen und gehört, aber was erwartete uns nun wirklich? Als blutige Anfänger in Sachen tagelanger Trekkingtouren standen wir hier vor Neuland. Vorweg genommen sollte die Tour zu einem Erlebnis/Abenteuer unseres Lebens werden.

Normalerweise  hätte jeder Tag seine eigene Geschichte zu erzählen, aus Zeitgründen -leider- beschränke ich mich jedoch auf die uns prägenden Etappenabschnitte.

BACK TO THE ROOTS - die Gewöhnungs-/Anpassungsphase mit kritischem Punkt -zumindest für mich- in der ersten Nacht. Nachdem wir den Anstieg zur Mandara Hut durch herrliche Regenwaldlandschaft noch locker weggesteckt hatten, kamen mir -Biggi ging es in abgeschwächter Form ebenso- in der Nacht leise Zweifel an unserem Vorhaben auf. Offensichtlich noch übernächtigt von der Flugreise nach Tansania und frierend -in den folgenden Nächten fand man uns nur noch mit langer Thermounterwäsche und Wollsocken/-mütze schlafend vor- im Schlafsack stellte ich mir mehr als einmal die Frage "was machst du eigentlich hier". Dazu beigetragen hatten auch die knallharte Konfrontation mit den sanitären Einschränkungen (Stehklo und Plastikschüssel mit Warmwasser zur Katzenwäsche) und den beschränkten Platzverhältnissen in der Schlafhütte. Dies alles war uns zwar im Vorfeld schon bekannt, bedurfte aber eben diese eine Nacht Gewöhnungszeit. Eben verdammt lang her unser letzter Camperurlaub vor ca. 30 Jahren. In der dreieckigen Holzhütte mit 4 Schlafplätzen waren wir zusammen mit einem pflegeleichten Taiwanesen -Ezi- untergebracht. Ruhe und Schlaf raubten uns jedoch 2 irische Plappermäuler und Schnarchzapfen, die in der Nachbarhütte (Rückwand zu uns) untergebracht waren.

Am nächsten Tag waren es dann vor allem 2 Dinge, die uns wieder aufbauten und zum endgültigen Entschluß kommen ließen, die Sache bis zum Ende durchzuziehen. Zum einen das kräftige und leckere Frühstück, welches von Robert unserem Koch zubereitet wurde. Was er da über einem kleinen Gaskocher in der Küchenhut an leckeren Essen zubereitete, grenzt an ein Wunder. Es wäre jedoch falsch nur Robert über den grünen Klee zu loben. Wir müssen an dieser Stelle das gesamte Team als Ganzes lobend erwähnen. Hier griff wirklich ein Rad ins andere. Angefangen von unseren beiden Guides Gervas und Amini, die auf der Strecke jederzeit gut aufgelegt waren und sogar ab und zu ein Lied anstimmten (Biggi war eine aufmerksame Schülerin). Durch die auf unsere Kondition abgestimmte Tempovorgabe trugen sie nicht unswesentlich zu unserem Erfolg bei. Dann Helimani unser Waiter, der uns was Wäsche und Verpflegung betraf fürsorglich bediente. Last but not least unsere Porter Elintrema, Ramabhani, Mathayo und Tumaini die uns am Morgen kurz nach dem Aufbruch im Camp auf der Wegstrecke mit einem Lächeln im Gesicht und Gepäck auf dem Kopf oder Rücken wieder ein- und überholten. Ihnen gebührt unser größter Respekt. Kurzum, sollten wir einmal eine Mannschaft für eine Polar- oder Mount Everest Expedition -smile- benötigen, jederzeit wieder. 
Zum anderen waren es die an diesem Tag immer kräftiger scheinende Sonne und die beeindruckende Landschaft, welche wir durchwanderten. Da kam Freude auf und der Stimmungspegel stieg minütlich an. Entgegenkommende Tourengänger berichteten voll Freude und Stolz von ihrem Erfolg, was uns zusätzlich anspornte.

Die nächsten Tage mit Abstechern zum Maundi Krater und Zebrafelsen einfach so zu überspringen, wird ihnen eigentlich nicht gerecht. Seht es uns vor, auch hier gäbe es einiges zu erzählen. Wir hatten uns eingewöhnt und der Be- und Auszug aus den Huts sowie der nächtliche Toilettengang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Skiunterwäsche mit Wollmütze und Taschenlampe wurden fast zur Routine. In der Horombo Hut hatten wir jeweils Glück und man wies uns in der Nebensaison eine Hütte zur alleinigen Nutzung zu. Desweiteren konnten wir unserem Schuhwerk (keine Blasen etc.) vertrauen und das Wetter war bis auf eine ca. 2-stündige Ausnahme (leichte Regen- bzw. Schneefront kurz vor der Kibo Hut) beständig schön.

TOP OF THE MOUNTAIN - die körperlich anstrengendste Etappe mit Aufstieg zum Gipfel. Nach dem Weckruf gegen 23.00 h auf der Kibo Hut in 4700 m Höhe begann ca. 1 Stunde später bei einer Temperatur um den Gefrierpunkt in der Dunkelheit der Nacht -den Pfad über das Geröllfeld bei Tageslicht gesehen, hätten wir es uns wohl nochmals überlegt- der Schlußanstieg zum Uhuru Peak. Im Licht unserer Stirnlampen Schritt für Schritt Gervas folgend ging es im Zick-Zack-Kurs auf einem Geröllfeld stetig bergan. Amini bildete das Schlußlicht. Einmal näher einmal weiter entfernt konnten wir vor und hinter uns die Lichter anderer Gruppen ausmachen. Wie in Trance ging es voran. Polepole (langsam) - Tritt für Tritt. Dabei bemerkte man gar nicht, wie die Zeit verging. Einmal 2-3 Schritte schneller setzte sofort Atemnot ein und man wurde automatisch wieder langsamer.  
Gillman`s Point - Stella Point - Uhuru Peak (5895 m). Um 07.20 h nach 6,5 km und über 1000 m Höhenunterschied lagen wir uns bei minus 10 Grad freudestrahlend in den Armen. Wir hatten den höchsten Punkt Afrikas erreicht. Was für ein Erlebnis!!! Zuvor noch der Sonnenaufgang, der die Eisgletscher goldfarben erscheinen ließ und jetzt der grandiose Rundumblick über den Wolken mit Mawenzi und Mount Meru ließen uns sofort die vorangegangenen Strapazen vergessen. Biggi standen Tränen in den Augen. Es hatte sich gelohnt und war jeden Schritt wert gewesen.

Hier nochmals ein riesengroßes Dankeschön an Gervas, Amini und die gesamte Mannschaft sowie an Annette und Adili, die -wie bereits bei TANSANIA I im Jahre 2008- im Vorfeld alles organisierten und für einen reibungslosen und immer pünktlichen Ablauf sorgten. ASANTE SANA.

Nach unserem Gipfelsturm verbrachten wir noch 5 erlebnisreiche Tage auf Safari im Selous Game Reserve im dortigen Impala Camp, bevor es zum Relaxen nach Sansibar in die Fumba Beach Lodge ging. Aber das wären schon wieder andere Geschichten.

Kwaheri

Birgit und Manfred

Impressionen

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